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Maj-Britt Pohlmann, Associate Partner der Ingenics AG, Logistik-Expertin:

Daten und Menschen – erfolgreiche Logistik basiert nicht in erster Linie auf Technologie

Wenn es einen Bereich gibt, in dem die Vorzüge der Digitalisierung besonders deutlich zutage treten, dann ist das die Logistik. Und zwar in all ihren Facetten. Ob inner- oder außerbetrieblicher Transport, Verpackungs-, Lager- und Bestandsmanagement oder Informationslogistik, Beschaffungs-, Produktions-, Distributions- oder Entsorgungslogistik – überall werden mit großem Tempo datengetriebene neue Technologien eingeführt.

Mit der Automatisierung und der Flexibilisierung prallen in der Logistik zwei „Superkräfte“ aufeinander – in meinem Vortrag auf dem laufenden Logistik-Kongress in Berlin vergleiche ich die revolutionäre Dynamik mit Batman vs. Superman. Die Auflösung des Gegensatzes vermeintlich unvereinbarer Prinzipien unter Berücksichtigung der Interessen und Ziele der betroffenen Mitarbeitenden muss jetzt unser Ziel sein. Wie geht das?

Ich plädiere dafür, mithilfe der gezielten Verknüpfung von Unternehmensdaten die maximal mögliche Transparenz über die Prozesse herzustellen, ehe Entscheidungen über Investitionen in aufwendige Technologien oder Softwarelösungen im Logistikzentrum getroffen werden. Wir müssen uns klar machen, dass Technologie kein Selbstzweck ist, sondern am Ende Effizienzsteigerung bringen muss. So bin ich verpflichtet, zunächst zu verstehen, in welchen Bereichen ich die Prozesse sauber unterstützen muss, ehe ich im Sinne der Unternehmensziele in „Superkräfte“ investieren kann.

Neben dem geldwerten Rat, Prozesstransparenz zu schaffen und erst dann in Technik für die Logistik zu investieren, empfehle ich dringend, den Menschen in den Mittelpunkt aller Überlegungen zu stellen. Gewiss darf ich – wenn ich eine Vier-Felder-Matrix zugrunde lege – den Quadranten Systeme, Strukturen und Prozesse nicht vernachlässigen. Aber wenn ich mich für die Technik entschieden habe, muss ich die übrigen drei Quadranten genauso seriös betrachten: Das heißt, ich muss Wissen und Fähigkeiten der Mitarbeitenden aufbauen, auf die Arbeitsstrukturen meiner Teams achten und im Blick behalten, wie sich das Individuum im System (in dem z. B. Maschinen einen Teil seiner Aufgaben übernommen haben) fühlt. Ich darf mich also nicht damit begnügen, Mitarbeitende auf neue Rahmenbedingungen zu schulen, sondern muss auch ihre persönliche Situation bedenken.

So braucht jedes Unternehmen einen Plan, um mithilfe der vielen Technologien und Innovationen, die im Bereich der Automatisierung und Flexibilisierung zur Verfügung stehen, die optimale Strategie zu erarbeiten, die den Anforderungen seiner Kunden an Schnelligkeit und Qualität, Individualisierung und Flexibilität gerecht wird. Vernünftigerweise werden für die Gestaltung des jeweils besten Logistik-Konzepts Erkenntnisse von Business-Intelligence-Datenanalysen genutzt. Wissen, Erfahrung, Umsicht und Inspiration müssen zusammenspielen und Antworten auf die Kernfragen liefern, ohne dass die Menschen im System aus dem Blick geraten.

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