Anlaufmanagement

Erfolgsfaktoren für das Anlaufmanagement in der Automobilindustrie

Die Zahl der Serienanläufe in der Automobilindustrie nimmt immer weiter zu. Steigende Innovationsanforderungen, verkürzte Produktlebenszyklen, die zunehmende Vielfalt von Modellen und Varianten sowie neue technologische Entwicklungen (Stichwort E-Mobilität) erhöhen sowohl die Produkt- als auch die Prozesskomplexität in der Produktion. Dadurch rückt auch das Anlaufmanagement immer stärker in den Fokus der Anlagenplaner. Wer dieser Aufgabe gerecht werden will, braucht erfahrene Projekt-Teams sowie Standards, Regeln und Prozesse, die einen geordneten Produktionsstart sicherstellen. Und einen Partner, der all diese Prozesse und Schnittstellen beherrscht.

Der Anlauf beginnt schon vor dem ersten Fahrzeug

Das Ziel des Anlaufmanagements besteht darin, Produkte zum richtigen Zeitpunkt in der richtigen Qualität sowie in der vorgesehenen Stückzahl produzieren zu können. Um dieses Ziel zu erreichen, sind zahlreiche Aufgaben zu bewältigen, von Anlagen-, Budget- und Qualitätsthemen bis hin zur Integration des Bauprogramms in die Produktionsplanung. Dieser aufwändige Prozess hält zahlreiche interne und externe Stakeholder in der Regel 12-24 Monate in Atem.

Ein geordneter, fristgerechter Serienanlauf kann nur gelingen, wenn erfahrene Anlauf-Teams rechtzeitig und proaktiv alle organisatorischen Voraussetzungen schaffen und sich als Teil eines Ganzen verstehen. Solche Teams können Unternehmen nur selten bilden, denn aufgrund des Tagesgeschäfts stehen die notwendigen Ressourcen nicht ausreichend zu Verfügung – die Serienproduktion des aktuellen Modells geht schließlich unvermindert weiter.

Aus diesem Grund werden Anläufe in vielen Fällen von neu zusammengesetzten Teams verantwortet, die sich im laufenden Projekt den projektspezifischen Herausforderungen unter hohem Zeitdruck neu einstellen müssen. Solche Teams übersehen häufig wichtige Funktionen und Verantwortungen und finden im Tagesalltag häufig keinen ausreichenden Freiraum zur proaktiven Vorbereitung. Dies führt zu Missverständnissen, Verzögerungen und Herausforderungen, die sich negativ auf alle Bereiche des Anlaufmanagements auswirken. Zum Beispiel:

  • Organigramme liegen nicht rechtzeitig vor. Funktionen, Aufgaben, Kompetenzen, Verantwortungen und Einsatztermine sind nicht rechtzeitig mit organisatorisch notwendigem Vorlauf festgelegt worden.
  • Budget-Themen sind nicht abschließend geklärt. Änderungen am Produkt oder Prozessen resultieren häufig in neue Budgetsituationen – und somit in Verzögerungen.
  • IT-Infrastrukturen sind nicht rechtzeitig einsatzbereit und vernetzt. Das verzögert Abläufe und die Kommunikationsfähigkeit hochautomatisierter Prozesslandschaften und erschwert die Transparenz des Reifegrads.
  • Dem Anlaufmanagement fehlt es an einer angemessenen Risikobetrachtung. Im Eskalationsfall kosten Fehlersuche und -behebung mehr Zeit als nötig.
  • Interne und externe Schnittstellen werden von den Mitarbeitern nicht gelebt – sei es aus Unkenntnis, übertriebenem Ehrgeiz oder Unerfahrenheit.
     

Eine Toolbox für die erfolgreiche Gestaltung eines neuen Serienanlaufes

Unsere Beraterinnen und Berater haben in den vergangenen Jahren viele Anläufe aktiv begleitet – sowohl im klassischen Fahrzeugbau als auch im Bereich Elektromobilität und Batteriefertigung. Die Erfahrungen sind in eine Tool-Box geflossen, die wir schnell und unkompliziert auf die Anforderungen eines Fahrzeugprojektes anpassen. Sie beinhaltet relevante Werkzeuge, die für die Gestaltung eines neuen Serienanlaufes benötigt wird:

  • Standardisierte Anlaufmethoden und Vorgehensweisen ermöglichen es, bestehende Konzepte schnell und zielorientiert zu verbessern – auch im laufenden Projekt.
  • Transparente Informations- und Kommunikationssysteme erleichtern die Zusammenarbeit zwischen OEM, Lieferanten, Anlagenherstellern und weiteren Stakeholdern von Beginn an.
  • Eine ausführliche Risikobetrachtung entschärft alle Faktoren, die Ihren Anlauf beeinträchtigen können.
  • Variable KPI dienen in jeder Projektphase als messbare Zielgrößen, an denen sich alle Beteiligten orientieren können. Durch ein professionelles Shopfloor-Management visualisieren wir alle relevanten Steuerungsgrößen – neutral und faktenbasiert.
  • Ausführlich geplante und orchestrierte Funktions-, Stress- und Verfügbarkeitstest sorgen für eine schrittweise belastbare, leistungsfähige Anlagentechnik.
  • Systematisches Projektmanagement schafft den Rahmen für den Erfolg des Anlaufs.Wir unterstützen Sie beim Aufbau eines Projektmanagementoffice (PMO) mit klar definierten Standards und Verantwortlichkeiten – aktiv, partnerschaftlich, kompetent und agil.
  • Unsere Task-Force-Teams stellen den notwendigen Fokus auf besondere Herausforderungen sicher.
  • Ein erfolgreicher Anlauf bezieht die gesamte Wertschöpfungskette mit ein, daher können wir immer mit unserem Quality Supply Management auch die konsequente Betrachtung von vorgelagerten Prozessschrittenaußerhalb des eigenen unmittelbaren Wirkungsbereichs sicherstellen.

Wir unterstützen Sie auf allen Etappen Ihres Anlauf-Projektes

Von der Installation der Produktionsanlage bis zum Produktionshochlauf und der Kammlinie. Auf diese Weise stellen wir sicher, dass Ihr Produkt seine Time to Market erfüllt und für neue Kunden und Marktanteile sorgen kann. Unsere Beraterinnen und Berater sind weltweit an vielen Standorten tätig – zum Beispiel in Mexiko, China und den USA. So können wir Sie bei Bedarf unterstützen, in Deutschland geplante Anläufe an ausländischen Standorten durchzuführen. Dabei berücksichtigen wir insbesondere lokale Kulturunterschiede – weit über die Sprachbarrieren hinaus.
 

N° 03 / 2020

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Martin Cüppers

Martin Cüppers

Ingenics

Director Center of Competence
Telefon: +49 731 93680 237